Musikinstrumente

 

Santur (Santoor):

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Santur ist eine Art Zither mit 72 Saiten. Aus ihr wurden das mittelalterliche Psalterium, das Zymbalum und später das Klavier entwickelt. Die Wirbel sind an den Seiten des trapezförmigen Kastens angebracht. Da die Saiten der Basslage normalerweise aus Messing, über dem Mittelsteg jedoch aus Stahl sind, zeichnet sich der Klangcharakter des Santurs durch eine Mischung aus einerseits warmen, grundtönigen Bässen und andererseits spitz und metallisch hart klingenden, oberen Tonlagen aus. Für jeden Ton gibt es drei oder vier Saiten und einen einzelnen Steg. Dadurch ist es möglich, Einzeltöne für den gespielten Modus umzustimmen. Die Resonanzdecke besteht bei traditionellen Instrumenten aus einem Hartholz, zum Beispiel Walnuss. Santur eignet sich sehr gut für improvisierte Musik.

 

Tombak

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Der Korpus der tombak wurde früher meist aus festem Maulbeerbaumholz geschnitzt, wird aber heute fast nur noch aus anderen Harthölzern (vorwiegend Nussbaum und Esche) gedrechselt. Die Form des Korpus weist Ähnlichkeiten mit einem Rotweinglas auf (allerdings mit einer Bohrung durch den Fuß) und wird traditionell aus einem Stück gefertigt. Einige Instrumentenbauer verwenden aber auch aus vielen Stücken gefügte Rohlinge, um dekorative Holzmuster zu erzeugen. Die obere weite Öffnung wird mit Tierhaut, meist von Kamel, Ziege oder Kalb bespannt, indem die enthaarte Haut in Wasser eingeweicht, dann über die Öffnung gespannt und auf dem Außenrand festgeklebt wird. Beim Trocknen zieht sich die Haut zusammen und erhält so ihre Spannung. Traditionell kann die Tonhöhe nur durch Erwärmung über die Feuchtigkeit der Felles beeinflusst werden. Es gibt allerdings einige mechanisch stimmbare Tombaktypen; einer ist vom iranischen Ney-Spieler Hossein Omoumi entwickelt worden.[2] Es gibt unzählige Hersteller, meist kleine Betriebe; außerhalb Irans sind aber vorwiegend Instrumente des Großproduzenten Helmi erhältlich.

Setar

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Setar (persisch ‏سه تار‎, DMG setār) ist eine Langhalslaute, die überwiegend in der persischen Musik gespielt wird. Der Name bedeutet „Dreisaiter“, die moderne Version besitzt aber durch oktavierende Verdoppelung der Bass-Saite vier Saiten.

Der Korpus ist mit einer Länge von ca. 20 cm und einer Breite von 15 cm relativ klein im Vergleich zu anderen Lauten. Die Gesamtlänge beträgt 87 cm, die Mensur 68 cm. Der Korpus ist aus einem Stück Holz geschnitzt oder aus mehreren Spänen wie bei einer Laute zusammengesetzt, der Hals ist angesetzt.

Die sehtār ist recht leicht gebaut, viele Instrumente wiegen nur 350-400 Gramm. Statt eines Schalllochs hat die Setar nur einige kleine Löcher in der Decke. Der Klang ist deshalb im Vergleich zu anderen Lauten leise. Die Bünde, etwa 25, sind aus Darm und um den Hals gebunden. Neben allen Halbtönen sind auch einige (nicht alle) Vierteltöne vorhanden.

Von den vier Saiten sind die erste und dritte aus Messing, die anderen beiden aus Stahl. Die vierte Saite (als oktavierende Verdoppelung der tiefsten Saite) wurde erst im 19. Jahrhundert (unter anderem durch Darvish Khan) hinzugefügt. Die Stimmung ist meistens c-c‘-g-c‘, sie kann aber je nach dem gespielten Modus variieren.

Das Instrument wird ohne Plektrum mit dem langen Nagel des rechten Zeigefingers gespielt. Diese Spielweise unterscheidet das Instrument von ähnlichen Langhalslauten wie der tar. Der Stil ist durch ein Tremolo für längere Notenwerte und zahlreiche Verzierungen geprägt.

Die setār wird wie die tār in der klassischen Musik Persiens gespielt. Wegen ihres leichten Baus und leisen Klangs ist sie vor allem ein Instrument für die Kammermusik. Sie wird zur Gesangsbegleitung und in kleinen Ensembles eingesetzt. Sie war früher mit der Musik der Gelehrten und Sufis (islamische Mystiker) verbunden. Die gespielte Musik stammt meist aus dem Repertoire des Radif.

Ähnliche Langhalslauten, etwa die dotar und dombra, sind auch in anderen Ländern Zentralasiens in Gebrauch. Die indische sitar unterscheidet sich von ihrer Bauform und Spielweise erheblich von der sehtār.

 

Tanbur

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Tanbur (persisch ‏تنبور‎, DMG tanbūr), auch tambur, ist eine gezupfte Langhalslaute mit Bünden und zwei bis fünf Saiten, die im Orient weit verbreitet ist.

Der Name tanbūr ist schon seit zweitausend Jahren bekannt und bezeichnet Langhalslauten vom Balkan (tambura) über die Türkei (tanbur, tambur, kurdisch tembûr), Iran bis Zentralasien (dombra), Afghanistan (dambura) und zu der von der Form deutlich verschiedenen indischen tanpura. Der Resonanzkörper der heutigen Instrumente ist aus Holzspänen verleimt. Sie sind mit der persischen Langhalslaute setar verwandt.

Tanbur ist durch Lautveränderung aus dem Wort pandur entstanden, von dem wiederum die europäische Laute Pandora, die georgische panduri und die tschetschenische pondur ihren Namen haben.

Die tanbūr wird häufig in Verbindung mit der Rahmentrommel daf gespielt, in der tadschikischen Musik mit der Rahmentrommel daira, und ist eines der vier Grundinstrumente der türkischen Kunstmusik. Sufis im Westen des Iran und anderen kurdischen Siedlungsgebieten verwenden das Instrument in der religiösen Anrufung (Dhikr).

 

Daf

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Daf ist eine Schellentrommel. Sie ist leicht gebaut, so dass sie in der Hand gespielt werden kann.An dem etwa 5 cm breiten Rahmen sind Metallringe angebracht, die dem Instrument einen ganz eigenen Klang verleihen. Die Daf ist mit Ziegen- oder Lammfell bespannt und hat meist einen Durchmesser von ca. 50 bis 60 cm.

Die Daf ist ein Percusions Instrument im Bereich Rahmentrommel, welche vorwiegend in Persien (heutigem Iran und Teilen der Türkei, Afghanistan, Irak, Aserbaidschan, Usbekistan und Tadschikistan) gespielt wird. Sie ist leicht gebaut, so dass sie in der Hand gespielt werden kann. Bei den islamischen Sufis des persischen Raumes wird sie in Ritualen verwandt und ist eine wichtige zeremonielle Trommel.

An dem 6 cm breiten Rahmen sind Metallringe angebracht, die dem Instrument einen ganz eigenen Klang verleihen. Die Daf ist mit Ziegenfell bespannt. Traditionell wird sie aus einem Stück gebogenen Holz hergestellt.